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Aktualisiert
aus der Praxis: so baue ich meine eigenen Skills.
Einen Claude Code Skill erstellst du, indem du einen Ordner mit einer Datei namens SKILL.md anlegst, in der eine Beschreibung und die Anweisungen für eine bestimmte Aufgabe stehen. Bei Bedarf kommen Skripte und Vorlagen dazu. Das klingt technischer, als es ist: Du musst dafür nicht programmieren können.
Ich betreibe meinen kompletten Content-Workflow über selbst gebaute Skills und habe daneben Werkzeuge wie einen Prüf-Skill für auslaufende Domains erstellt, ohne eine Zeile Code selbst zu schreiben. In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deinen ersten eigenen Skill erstellst, testest und verbesserst. Was Skills grundsätzlich sind, habe ich vorab in meinem Überblick zu Claude Code Skills erklärt, hier geht es ums Selbermachen.
Was du zum Erstellen eines Skills brauchst
Die Voraussetzungen sind überschaubar. Du brauchst einen aktiven Claude-Zugang und Claude Code, und du brauchst eine klare Vorstellung von der Aufgabe, die der Skill übernehmen soll. Das war es im Kern. Programmierkenntnisse sind kein Muss, weil du den eigentlichen Skill von der KI schreiben lassen kannst. Wenn du ganz am Anfang stehst, hilft dir mein Einstieg zu Claude Code für Anfänger beim ersten Schritt.
Der wichtigste Rohstoff bist also du selbst: Je genauer du eine wiederkehrende Aufgabe erklären kannst, desto besser wird der Skill. Wenn du weißt, wie du eine Sache normalerweise erledigst, kannst du daraus einen Skill machen.
Wann sich ein eigener Skill lohnt
Nicht jede Aufgabe braucht einen Skill. Für etwas, das du nur einmal erledigst, reicht ein normaler Prompt. Ein eigener Skill lohnt sich, sobald drei Dinge zusammenkommen:
- Du erledigst die Aufgabe regelmäßig, nicht nur einmal.
- Sie folgt immer demselben Ablauf mit festen Regeln.
- Es ist dir wichtig, dass das Ergebnis jedes Mal gleich gut ausfällt.
Trifft das zu, ersparst du dir mit einem Skill, die Aufgabe jedes Mal neu zu erklären. Der Skill hält deinen Ablauf einmal fest und macht ihn zu einem festen Baustein deiner Workflows.
Der Aufbau eines Skills: SKILL.md, Skripte und Referenzen
Ein Skill ist am Ende ein Ordner mit einer klaren Struktur. Diese drei Bestandteile solltest du kennen:
| Bestandteil | Zweck |
|---|---|
SKILL.md |
Das Herzstück: eine Beschreibung, wofür der Skill da ist, plus die Anweisungen, wie die Aufgabe zu lösen ist |
scripts/ |
Optionale Skripte, die der Agent ausführt, wenn ein Schritt automatisch laufen soll |
references/ |
Zusätzliche Regeln, Beispiele oder Vorlagen, an denen sich der Agent orientiert |
Zwei Angaben am Anfang der SKILL.md sind besonders wichtig: der Name und die Beschreibung. Die Beschreibung entscheidet, ob der Agent den Skill im richtigen Moment automatisch aktiviert. Sie sollte deshalb genau sagen, für welche Art von Aufgabe der Skill gedacht ist. Alles Weitere sind die eigentlichen Anweisungen in normaler Sprache, so wie du die Aufgabe einem Kollegen erklären würdest.
Vereinfacht sieht der Kopf einer SKILL.md so aus: eine Zeile mit dem Namen, eine Zeile mit der Beschreibung, darunter die Anweisungen. Die Beschreibung könnte etwa lauten: Prüfe einen fertigen Blogartikel vor der Veröffentlichung auf Fokus-Keyword, interne Links und Meta-Beschreibung. Schon an dieser einen Zeile erkennt der Agent später, wann er den Skill einsetzen soll. Je konkreter du sie formulierst, desto zuverlässiger greift der Skill. Bleibt die Beschreibung dagegen vage wie Hilf beim Schreiben, weiß der Agent nie genau, wann er zuständig ist.
Schritt für Schritt: deinen ersten Skill erstellen
So gehe ich vor, wenn ein neuer Skill entsteht. Der ganze Ablauf funktioniert vollständig über normale Sprache, du musst nichts selbst programmieren.
- Aufgabe auswählen. Nimm eine Sache, die du ständig gleich erklärst oder immer wieder gleich erledigst. Genau die eignet sich für einen Skill.
- Ablauf beschreiben. Erkläre der KI in klaren Worten, was der Skill tun soll, für welchen Fall er gedacht ist und welche Schritte dazugehören.
- Skill bauen lassen. Lass Claude die SKILL.md schreiben und bei Bedarf die nötigen Skripte anlegen. Der Agent erstellt den Ordner und die Dateien für dich.
- Beschreibung schärfen. Prüfe die Beschreibung am Anfang der SKILL.md. Sie muss so eindeutig sein, dass der Skill genau dann aktiviert wird, wenn du ihn brauchst.
- An einem echten Fall testen. Lass den Skill einmal an einer realen Aufgabe laufen und sieh dir das Ergebnis genau an.
- Nachschärfen. Jede Schwäche fließt zurück in die Anweisungen. Nach ein paar Durchläufen sitzt der Skill.
Aufgerufen wird der fertige Skill danach entweder über einen Slash-Befehl oder automatisch, sobald der Agent an der Beschreibung erkennt, dass die Aufgabe passt. Dass das Beschreiben statt Programmieren so gut funktioniert, ist genau das Prinzip, das ich in meinem Artikel zu Vibe Coding erkläre.
Ein Beispiel aus der Praxis: ein Prüf-Skill
Damit das greifbar wird, ein einfaches Beispiel aus meinem Alltag als Seitenbetreiber. Bevor ein Artikel online geht, prüfe ich immer dieselben Punkte: Ist ein Fokus-Keyword gesetzt, gibt es genug interne Links, stimmt die Meta-Beschreibung, ist ein Titelbild vorhanden. Früher bin ich diese Liste jedes Mal von Hand durchgegangen.
Daraus habe ich einen Skill gemacht. Die Beschreibung sagt sinngemäß: Prüfe einen fertigen Artikel vor der Veröffentlichung gegen eine feste Qualitäts-Checkliste. In den Anweisungen steht die Liste, Punkt für Punkt. Bei Bedarf führt ein kleines Skript die technischen Prüfungen automatisch aus. Heute sage ich nur noch, dass der Artikel geprüft werden soll, der Skill wird aktiviert und arbeitet die ganze Liste ab. Was früher ein fester Teil meines Workflows aus Handarbeit war, läuft jetzt in Sekunden.
Das Prinzip überträgt sich auf fast jede wiederkehrende Aufgabe. Ob Recherche, Prüfung oder ein technischer Ablauf: Wenn du es beschreiben kannst, kannst du daraus einen Skill machen, der es künftig für dich ausführt.
Skill testen und verbessern: hier zahlt sich Geduld aus
Ein ehrlicher Punkt, den die meisten Anleitungen verschweigen: Ein guter Skill entsteht selten beim ersten Versuch. Bis einer meiner Skills so zuverlässig lief, dass er beim ersten Durchlauf sitzt, hat es gedauert und Geduld gekostet.
Der Weg dahin ist aber einfach. Du lässt den Skill an echten Fällen laufen, nicht an ausgedachten Beispielen. Wo das Ergebnis nicht stimmt, ergänzt du eine konkrete Vorlage oder ein Beispiel in den Anweisungen. Beispiele wirken dabei fast immer stärker als noch mehr Regeln. Nach zwei, drei Runden hast du einen Skill, der die Aufgabe vollständig und verlässlich übernimmt, und der Aufwand zahlt sich bei jedem weiteren Einsatz aus.
Wie du deine Skills verwaltest
Mit dem ersten Skill fängst du an, mit der Zeit wird daraus eine kleine Sammlung. Jeder Skill liegt in seinem eigenen Ordner, und Claude Code greift bei passender Aufgabe automatisch auf den richtigen zu. Damit das übersichtlich bleibt, lohnen sich zwei einfache Gewohnheiten.
Erstens: ein Skill, eine Aufgabe. Statt einen großen Alleskönner zu bauen, legst du lieber mehrere klar abgegrenzte Skills an. Zweitens: sprechende Namen und Beschreibungen. So findest du selbst den Überblick, und der Agent aktiviert immer den passenden. Bei mir ist auf diese Weise über die Zeit ein ganzes System aus Skills entstanden, das zusammen meinen Arbeitsablauf abdeckt, ohne dass ein einzelner Skill zu komplex wird.
Skills teilen und im Team nutzen
Ein Skill ist nur ein Ordner mit Dateien, deshalb lässt er sich leicht weitergeben. Du kannst ihn kopieren, in einem Repository ablegen oder im Team teilen, sodass alle nach demselben Ablauf arbeiten. Genauso kannst du fertige Skills von anderen übernehmen und an deinen Bedarf anpassen. Achte dabei nur darauf, fremde Skills vor dem Einsatz zu prüfen, gerade wenn Skripte enthalten sind.
Häufige Fehler beim Erstellen von Skills
Drei Fehler sehe ich immer wieder, und alle drei sind leicht zu vermeiden:
- Zu vage Beschreibung. Ist die Beschreibung unklar, aktiviert der Agent den Skill nicht zuverlässig. Sag konkret, für welche Aufgabe er da ist.
- Zu breit angelegt. Ein Skill, der alles können soll, kann am Ende nichts richtig. Halte jeden Skill auf eine klar abgegrenzte Aufgabe fokussiert.
- Nicht getestet. Ein Skill, der nie an einem echten Fall gelaufen ist, versagt genau dann, wenn du dich auf ihn verlässt. Der Test gehört dazu, nicht als Kür, sondern als Pflicht.
Meine persönliche Einschätzung
Der erste eigene Skill fühlt sich nach Aufwand an, der zweite schon nach Zeitersparnis. Fang mit deiner nervigsten Wiederhol-Aufgabe an, lass sie dir als Skill bauen und verbessere ihn mit jedem Einsatz. Du brauchst dafür kein Entwickler zu sein, sondern nur eine klare Vorstellung von deinem eigenen Ablauf. Genau dieses Wissen ist der eigentliche Wert, den Rest erledigt die KI.
Häufige Fragen zum Erstellen von Claude Code Skills
Wie erstelle ich einen Claude Code Skill?
Du legst einen Ordner mit einer SKILL.md-Datei an, die eine klare Beschreibung und die Anweisungen in normaler Sprache enthält, bei Bedarf ergänzt um Skripte und Vorlagen. Am einfachsten lässt du die SKILL.md von Claude selbst schreiben, indem du beschreibst, was der Skill tun soll, und das Ergebnis danach testest.
Brauche ich Programmierkenntnisse, um einen Skill zu erstellen?
Nein. Zum Erstellen reicht eine klare Vorstellung vom Ablauf, den der Skill übernehmen soll. Die eigentliche SKILL.md und mögliche Skripte kann die KI für dich schreiben. Ich baue meine Skills ohne programmieren zu können.
Wie ist eine SKILL.md aufgebaut?
Am Anfang stehen ein Name und eine Beschreibung, die festlegt, wofür der Skill gedacht ist und wann er aktiviert wird. Danach folgen die Anweisungen, wie die Aufgabe Schritt für Schritt zu lösen ist. Ergänzend kann ein Ordner mit Skripten und Referenzdateien dazukommen.
Wie teste ich einen selbst erstellten Skill?
Lass den Skill an einer echten Aufgabe laufen, nicht an einem ausgedachten Beispiel, und prüfe das Ergebnis. Wo etwas nicht passt, ergänzt du eine Vorlage oder ein Beispiel in den Anweisungen. Nach ein paar Durchläufen läuft der Skill zuverlässig.
Kann ich Claude Code Skills teilen?
Ja. Ein Skill ist nur ein Ordner mit Dateien und lässt sich kopieren, in einem Repository ablegen oder im Team teilen. Fremde Skills solltest du vor dem Einsatz prüfen, besonders wenn sie Skripte enthalten.
