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Erkennt Google KI-Texte? 152 automatische Artikel im Test

by Robert

Eigene Daten aus meinem laufenden Betrieb mit über 50 eigenen Websites.

Google straft KI-Texte nicht dafür ab, dass sie von einer KI stammen. Ob und wie gut Google sie überhaupt erkennt, hat das Unternehmen nie offengelegt, und nach allem, was ich gemessen habe, ist das auch die falsche Frage. Entscheidend ist nicht, womit ein Text geschrieben wurde, sondern ob er jemandem nützt. Ich kann das nicht nur zitieren, ich habe es versehentlich selbst gemessen: Auf einer meiner Ratgeberseiten liefen 152 vollautomatisch erzeugte Artikel gegen 24 redaktionell erarbeitete. Beide Gruppen stammen aus derselben KI.

Das Ergebnis nach fünf Monaten steht weiter unten mit allen Zahlen. Vorweg das Wichtigste: Die automatischen Artikel wurden nicht bestraft. Sie wurden ignoriert.

Kann Google KI-Inhalte erkennen?

Das weiß außerhalb von Google niemand sicher, offengelegt wurde es nie. Meine Schlussfolgerung aus dem eigenen Betrieb, ausdrücklich keine bestätigte Angabe: vermutlich besser als die frei verfügbaren Detektoren, weil Google mehr sieht als den Text. Wie viele Seiten in welchem Takt erscheinen, wie ähnlich sie sich im Aufbau sind, ob jemand sie verlinkt, ob Leser zurückkommen. Ein einzelner überarbeiteter Text dürfte kaum nachweisbar sein, zweihundert Artikel in vier Monaten mit derselben Gliederung sehr wohl.

Wichtiger ist aber: Google muss KI-Texte gar nicht zuverlässig erkennen, um sie schlecht zu bewerten. Die Ranking-Systeme messen ohnehin Nützlichkeit, nicht Herkunft. Ein Text ohne eigene Substanz fällt durch, egal wer ihn getippt hat.

Werden KI-Texte von Google abgestraft?

Nein, nicht wegen der KI. Google hat das 2023 in seiner Stellungnahme zu KI-generierten Inhalten festgehalten: Belohnt wird hochwertiger Content, unabhängig davon, wie er entstanden ist. Der Satz, auf den es ankommt, steht direkt daneben: Automatisierung einzusetzen, um Inhalte mit dem Hauptzweck der Ranking-Manipulation zu erzeugen, verstößt gegen die Spam-Richtlinien.

In den Spam-Richtlinien heißt der zuständige Punkt „Scaled content abuse“, also Massenerstellung von Inhalten. Definiert ist er als das Erzeugen vieler Seiten mit dem primären Zweck, Rankings zu manipulieren, statt Nutzern zu helfen. Ausdrücklich genannt wird dort das Verwenden generativer KI-Tools, um viele Seiten ohne Mehrwert zu erzeugen.

Der Unterschied ist also nicht Mensch gegen Maschine. Er liegt zwischen Inhalten, die für Leser gemacht sind, und Inhalten, die für die Trefferliste gemacht sind.

Mein Test, den ich nicht als Test geplant hatte

Ich hatte auf einer meiner Ratgeberseiten eine Nachrichten-Automatisierung laufen. Sie hat von Februar bis Juli 2026 selbstständig 152 Artikel geschrieben und veröffentlicht, ohne dass ich einen davon vor dem Erscheinen gelesen habe. Parallel sind im selben Zeitraum 24 Artikel entstanden, die ich mit derselben KI geschrieben, aber selbst geführt, belegt und überarbeitet habe.

Gleiche Domain, gleiches Zeitfenster, gleiche technische Basis, gleiches Werkzeug. Der einzige Unterschied war die Führung. Die Zahlen stammen aus der Google Search Console, Stichtag 22. Juli 2026:

VollautomatischRedaktionell geführt
Artikel15224
Jemals in den Suchergebnissen44 (28 %)14 (58 %)
Impressionen gesamt3323.004
Impressionen je Artikel2,2125,2
Klicks gesamt3136

Je Artikel ist das Faktor 57 bei den Impressionen. Die deutlichste Zahl steht aber nicht in der Tabelle: 108 der 152 automatischen Artikel haben in ihrer gesamten Laufzeit nicht eine einzige Impression bekommen. Nicht eine schlechte Position, sondern gar keine. Sie waren indexiert und trotzdem unsichtbar.

Gegen meine eigene Erzählung: Der Vergleich ist nicht perfekt. Nachrichten veralten schnell, Ratgeber nicht, und 24 gegen 152 Artikel ist ein ungleiches Feld. Ich habe deshalb beide Gruppen auf dasselbe Zeitfenster gerechnet, sonst wäre der Abstand noch größer ausgefallen. Ein sauberes Laborexperiment ist es trotzdem nicht.

Warum 108 Artikel unsichtbar blieben

Ich habe mir danach angesehen, was die Automatisierung eigentlich produziert hat. Die Texte waren nicht falsch und nicht schlecht geschrieben. Sie waren nur vollständig entbehrlich. Jeder von ihnen fasste zusammen, was an dem Tag ohnehin auf zwanzig größeren Portalen stand. Kein eigener Zugang, keine Einordnung, keine Zahl, die es nicht anderswo schon gab.

Damit gibt es für Google keinen Grund, ausgerechnet diese Fassung zu zeigen. Das ist keine Strafe, das ist eine Auswahl. Wenn hundert Seiten dasselbe sagen, gewinnt die mit der stärkeren Vertrauenswürdigkeit, und das ist bei tagesaktuellen Nachrichten nie die kleine Ratgeberseite.

KI-generierte Inhalte konkurrieren also nicht gegen Menschen. Sie konkurrieren gegen jeden anderen Content zur selben Frage, und dort zählt nur, wer etwas mitbringt, das die anderen nicht haben.

Die 24 geführten Artikel hatten dagegen jeweils etwas, das ich sonst nirgends gefunden habe: eine eigene Messung, einen Fehler, den ich selbst gemacht habe, eine Rechnung mit echten Beträgen. Das ist der ganze Unterschied.

Woran man KI-generierte Texte tatsächlich erkennt

Für die Bewertung durch Suchmaschinen spielt das keine Rolle, für deine Leser schon. Diese Merkmale fallen erfahrenen Lesern auf:

  • Gleichmäßige Absatzlängen über den ganzen Text, kein Rhythmuswechsel
  • Aufzählungen, die drei Dinge nennen, wo zwei gereicht hätten
  • Formulierungen wie „in der heutigen digitalen Welt“ oder „es ist wichtig zu beachten“
  • Ein versöhnliches Fazit, das keine Position bezieht
  • Keine Zahl, die nicht auch in fünf anderen Artikeln steht
  • Keine Aussage, bei der sich jemand irren könnte

Der letzte Punkt ist der verlässlichste. Ein Text ohne überprüfbare Behauptung stammt fast immer aus einer ungeführten Maschine, weil kein Mensch das Risiko scheut, das gar nicht existiert.

Auf KI-Detektoren würde ich mich nicht verlassen. Sie schlagen bei sauber geschriebenen menschlichen Texten regelmäßig an und lassen überarbeitete KI-Texte durch. Selbst OpenAI hat den eigenen Klassifizierer 2023 wieder abgeschaltet, wegen zu geringer Treffsicherheit. Als Entscheidungsgrundlage taugen sie nicht.

Warum ich davon abrate, KI-Texte zu tarnen

Es gibt einen ganzen Markt für Werkzeuge, die KI-Texte „unauffindbar“ machen sollen. Ich halte das für den teuersten Umweg, den man in diesem Thema nehmen kann, aus drei Gründen.

Erstens zielt Tarnung genau auf das ab, was die Spam-Richtlinien beschreiben: die Absicht, die Bewertung zu beeinflussen, statt den Inhalt zu verbessern. Wer Aufwand in Verschleierung steckt statt in Substanz, arbeitet in die Richtung, vor der Google ausdrücklich warnt.

Zweitens löst es das Problem nicht. Meine 152 Artikel sind nicht gescheitert, weil man ihnen die KI angesehen hat. Sie sind gescheitert, weil sie nichts beigetragen haben. Meiner Einschätzung nach hätte daran auch ein Humanizer nichts geändert.

Drittens läuft es der Richtung zuwider, in die sich die Regeln bewegen. Seit dem 2. August 2026 gilt die Kennzeichnungspflicht aus Artikel 50 der KI-Verordnung. Wer heute Werkzeuge einkauft, um KI-Beteiligung zu verstecken, baut gegen die Entwicklung.

Wie ich diese Kennzeichnung auf meinen eigenen Seiten technisch umgesetzt habe, inklusive der Stelle, an der die üblichen Anleitungen nicht halten, steht in meinem Beitrag zur KI-Kennzeichnungspflicht in WordPress.

Wie ich KI heute einsetze

Ich schreibe weiterhin fast alles mit KI. Geändert hat sich, was ich vorher hineingebe. Vier Dinge liefere ich immer selbst, und erst danach darf das Tool anfangen:

  1. Eine eigene Zahl oder Beobachtung, die in keiner Quelle steht. Bei diesem Artikel ist es die Tabelle oben.
  2. Eine Position, bei der ich falsch liegen kann. Ohne das entsteht der versöhnliche Brei aus der Liste weiter oben.
  3. Die Grenze meines Wissens. Was ich nicht getestet habe, schreibe ich als ungetestet hin.
  4. Belege mit Statuscode-Prüfung. Jede externe Quelle rufe ich vor der Veröffentlichung ab.

Das ist wenig spektakulär und kostet pro Artikel vielleicht vierzig Minuten. Es ist aber der einzige Unterschied zwischen den beiden Gruppen in meiner Tabelle.

Wenn dich interessiert, wie du damit nicht nur bei Google, sondern auch in KI-Antworten vorkommst, habe ich das im Detail unter GEO vs. SEO und in meinem Beitrag zur LLM-Optimierung beschrieben. Mein konkretes Prompt-System steht unter SEO mit ChatGPT.

Kein Rechtsrat, sondern ein Werkstattbericht

Ich bin kein Anwalt und leiste keine Rechtsberatung. Wo es hier um die KI-Verordnung geht, gebe ich wieder, was ich gefunden habe und wie ich es verstanden habe. Ich kann mich irren.

Auch was Google intern auswertet, sind meine Schlussfolgerungen aus eigenen Messungen, keine bestätigten Angaben des Unternehmens. Für die Richtigkeit dieser Angaben und für die Folgen ihrer Umsetzung übernehme ich keine Verantwortung.

Häufige Fragen

Kann Google KI-Inhalte erkennen?

Google hat das nie offengelegt. Meine Einschätzung: Ausgewertet wird nicht nur der Text, sondern auch Veröffentlichungstakt, Strukturmuster und Nutzersignale einer ganzen Domain. Einzelne überarbeitete Texte dürften kaum nachweisbar sein, Massenproduktion schon.

Werden KI-Texte von Google abgestraft?

Nicht wegen der KI. Abgestraft wird die Massenerstellung von Inhalten ohne Mehrwert, unabhängig vom Werkzeug. Auf meiner eigenen Seite bekamen 108 von 152 automatisch erzeugten Artikeln nie eine Impression, während 24 geführte Artikel im selben Zeitraum 3.004 Impressionen erreichten.

Wie erkennt man, ob ein Text von einer KI generiert wurde?

An gleichmäßigen Absatzlängen, dreigliedrigen Aufzählungen, Floskeln wie „in der heutigen digitalen Welt“ und vor allem am Fehlen jeder überprüfbaren Behauptung. KI-Detektoren sind dafür unzuverlässig.

Sollte ich KI-Texte kennzeichnen?

Für gewöhnliche Ratgebertexte schreibt die KI-Verordnung keine allgemeine Kennzeichnung vor. Für synthetisch erzeugte Bilder und Videos gilt seit dem 2. August 2026 die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50, für veröffentlichte Texte zu Fragen von öffentlichem Interesse gibt es dort eine eigene Regelung. Ich kennzeichne meine KI-Bilder deshalb. Das ist meine Lesart, keine Rechtsauskunft.

Lohnt es sich überhaupt noch, mit KI zu schreiben?

Ja, wenn du sie führst. Alle 24 erfolgreichen Artikel aus meinem Vergleich sind mit KI entstanden. Der Unterschied lag in eigenen Daten, einer klaren Position und geprüften Quellen, nicht im Verzicht auf das Werkzeug.

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